EÜR für Designer selber machen: Warum ich die Software gewechselt habe

EÜR für Designer selbst machen -- Steuer-AhA-Effekt Videokurs und Steuersoftware im Vergleich am Arbeitsplatz

Der Cursor blinkt in der Zeile „Sonstige betriebliche Aufwendungen", zum wiederholten Mal sitze ich vor derselben Frage: Gehört dieser Posten sofort in die laufende Buchhaltung, oder muss er über mehrere Jahre abgeschrieben werden? Als selbstständiger Designer, der seine EÜR selbst macht, kenne ich diesen Moment gut, die Software zeigt mir ein Eingabefeld, aber keine Erklärung, warum ich es genau so ausfüllen soll.

Kurz vorweg, bevor es weitergeht: Diese Seite enthält Affiliate-Links. Kaufst du über einen davon, bekomme ich eine Provision, ohne Mehrkosten für dich. Empfohlen wird hier nur, was in der eigenen Praxis als Soloselbstständiger wirklich getestet wurde. Und: Ich bin kein Steuerberater, das hier ist persönliche Erfahrung, keine Steuerberatung, bei komplexeren Fällen gehört ein Fachmensch dazu.

Wo reine Steuersoftware bei Designer-Betriebsausgaben aussteigt

Software verspricht Automatisierung, doch bei Design-spezifischen Posten hört das schnell auf. Skizzen, Prototypen-Material, die Einräumung von Nutzungsrechten an einem fertigen Entwurf nach dem Urheberrechtsgesetz, jede dieser Positionen verlangt eine eigene Einordnung, und ein Automatismus, der nur auf Kontobewegungen schaut, trifft diese Entscheidung nicht zuverlässig.

Vor der Umstellung hatte ich WISO Steuer installiert, in der Hoffnung, dass mich ein Assistent zuverlässig durch die Designer-Betriebsausgaben führt. Bin damit hängengeblieben: Das Programm unterschied bei Anschaffungen nicht sauber genug zwischen Kosten, die sofort abgesetzt werden, und Posten, die über Jahre laufen, und genau an dieser Stelle wird es für Designer knifflig, weil Ausrüstung und Software-Lizenzen ständig neu eingeordnet werden müssen. Ein Tool, das ich anfangs richtig gut fand, kann ich seitdem für diesen Zweck nicht mehr empfehlen.

Umgestiegen bin ich an der Stelle, an der mir die Software zwar ein Eingabefeld anbot, aber keine Begründung, warum ich es genau so ausfüllen sollte. Der Steuer-AhA-Effekt Videokurs hat diese Lücke geschlossen, Module in Wochen-Häppchen, die neben Design-Sprints passen, statt noch ein Automatismus, dem ich blind vertrauen musste. Die größere Frage, ob Software oder Kurs grundsätzlich die bessere Wahl ist, habe ich an anderer Stelle ausführlicher durchgespielt; hier zählen nur die Punkte, die bei mir persönlich den Ausschlag gaben. Einen kompletten Vergleich mehrerer Steuerkurse gegeneinander liefere ich ebenfalls in einem eigenen Beitrag, das würde hier zu weit führen.

Designskizzen neben Belegen für die EÜR auf der Werkbank -- Buchhaltung für Designer in der Praxis

Welche Systematik lohnt sich für Designer-Betriebsausgaben?

Wer jeden Beleg selbst in die Hand nimmt und bewusst entscheidet, ob eine Anschaffung sofort in die Betriebsausgaben wandert oder über mehrere Jahre verteilt wird, bekommt ein anderes Gefühl für die eigenen Fixkosten als jemand, der nur ein Häkchen setzt und der Software vertraut. Die Grundlagen der EÜR selbst, was grundsätzlich rein darf und in welcher Form, sind ein eigenes, größeres Thema, das ich an anderer Stelle von vorne aufrolle; hier geht es nur um die Systematik, die sich im Designer-Alltag bewährt hat.

Die genaue Trennung, wie ich Skizzen, Prototypen-Kosten und Nutzungsrechte in der Buchhaltung auseinanderhalte, steht ausführlicher in Steuerwissen für Designer, das würde den Rahmen hier sprengen. Die komplette Betriebsausgaben-Systematik selbst ist ebenfalls ein eigenes Kapitel, das ich andernorts von Grund auf aufbaue.

Nebenerwerb, KSK und der richtige Werkzeug-Mix

Falls du daneben noch angestellt bist, bringt dir dieser Beitrag wenig für die Designer-EÜR selbst, mein Artikel Steuern sparen als Angestellter mit Nebengewerbe nimmt genau diesen Einstieg mit und zeigt, worauf es bei der Kombination aus Anstellung und Nebengewerbe ankommt.

Wie sich KSK-Beiträge im Detail absetzen lassen, ist ein eigenes Kapitel, das ich andernorts komplett durchgerechnet habe. Zdislava Köhn aus unserer Makerspace-Runde wollte genau das vor einem Kurskauf sehen, keinen Hochglanz-Werbetext, sondern ein konkretes Musterbeispiel, an dem sie nachvollziehen konnte, wie eine reale EÜR am Ende aussieht.

Steuer-AhA-Effekt im Vergleich zur reinen Software: wer sollte was nehmen

Bei einem Designer mit drei festen Auftraggebern und überschaubarer Beleglage würde ich fast immer zur Software mit gelegentlichem Kurs-Nachschlag raten, die Routine ist stabil genug, dass sich die Automatisierung auszahlt. Bei jemandem mit vielen Kleinrechnungen, wechselnden Auftraggebern und ständig neuen Ausgabenarten sieht die Rechnung anders aus: Da würde ich zuerst den Kurs empfehlen, damit die Systematik sitzt, bevor überhaupt eine Software ins Spiel kommt.

Die Reihe Steuern sparen für Arbeitnehmer ist seit sieben Jahren am Markt und hält, was sie verspricht, bleibt aber im Lohnsteuer-Bereich stecken und hilft bei Designer-Betriebsausgaben nicht weiter. Einen reinen Software-Vergleich für die EÜR liefere ich an anderer Stelle, und wie viele Stunden der Umstieg am Ende gespart hat, habe ich in einem separaten Zeitersparnis-Test durchgerechnet.

Meine Nachbarin Annkatrin Seibold hält davon ohnehin wenig, sie arbeitet lieber mit einer ausgedruckten Checkliste als mit noch einer App, und bei der Belegablage ist das gar keine schlechte Idee.

Den Wechsel technisch sauber vollziehen

Vor dem Umstieg lohnt sich ein kurzer Check: alle offenen Posten aus der alten Software exportieren, Belege des laufenden Quartals sortiert ablegen, und die Kategorien einmal komplett durchgehen, statt sie stillschweigend zu übernehmen. Wie sich Hardware und sonstige Arbeitsmittel im Detail absetzen lassen, ist wieder ein eigenes Thema, das an anderer Stelle ausführlich drankommt.

An meinem alten Hobelbank-Tisch, der seit Jahren als Schreibtisch dient, zeigt der linke Monitor gerade eine Bauteilzeichnung, der rechte die Kontoumsätze, und im Stahlregal daneben stehen die Jahresordner, jeder in einer anderen Farbe, damit ich blind zum richtigen greife. Durchs Fenster fällt gleichmäßiges Nordlicht, nie direkte Sonne, die den Bildschirm blenden würde, und die Tasse in meiner Hand ist inzwischen kühl geworden, während ich die Vorsteuer ein zweites Mal durchrechne.

Was am Ende zählt

Neulich fragte mich ein Kollege aus dem Coworking, ob eine neue Kamera sofort oder über mehrere Jahre abgeschrieben werden muss, die Antwort kam raus, ohne dass ich lange nachdenken musste, und genau das ist der Unterschied zwischen Software bedienen und die Systematik wirklich verstanden zu haben.

Wer als Designer die eigene EÜR wirklich verstehen will, statt nur Daten in ein Tool zu füttern, für den bleibt der Steuer-AhA-Effekt Videokurs mein erster Griff ins Regal, straffes Tempo, klare Module, kein Ersatz für einen Steuerberater bei wirklich komplizierten Fällen. Wer tiefer einsteigen will, findet im Testbericht zum Steuer-AhA-Effekt die einzelnen Module im Detail.

Wichtig: Kurz: Was du hier liest, ist meine eigene Sicht -- keine Beratung. Hol dir bei Fragen zu deiner Gesundheit oder deinem Geld immer den Rat einer Fachperson, die deinen Fall wirklich kennt.